Wir haben mit Bernd Stefan einen profunden Kenner der AHL um ein kurzes Resümee gebeten wie sich die Liga nach den ersten 2 Monaten entwickelt hat.

Zeit um die ersten Resümees der AHL 2017/18 zu ziehen. Mit 2 slowenischen Mannschaften und 8 italienischen Teams sowie 7 österreichischen Mannschaften ist die AHL mit 17 Vereinen so groß wie noch nie.

In den ersten 16 Runden zeigten die teilnehmenden Mannschaften Eishockey auf sehr hohem Niveau und sowohl Tempo, Taktik und Spielstärke haben sich gegenüber dem Vorjahr weiter nach oben entwickelt.
Ein großes Lob verdienen sich die Organisatoren für die Abwicklung der Länderübergreifenden Liga sowie für die sehr gute Kommunikation und Pressearbeit.

Wie sich der neue Modus entwickelt wird sich erst im neuen Jahr zeigen, einzig die oft sehr unterschiedliche Anzahl der Spiele jedes einzelnen Vereins. So gibt es Vereine die bereits 17 Spiele hatten und andere die erst bei 14 Spielen stehen.

Dieser Zustand ergibt sich natürlich durch die Doppelwochenende und hat den Vorteil, dass die Mannschaften Spiele zusammen legen um nicht soviel Reisen zu müssen. Nachteil ist natürlich eine Verzerrung der Tabelle, bei drei Spielen weniger sind es immerhin 9 mögliche Punkte unterschied.
Im Moment ist der EHC Lustenau mit 14 Spielen und 16 Punkten abgeschlagen am 13. Tabellenplatz, nach Verlustpunkten aber gleich mit Zell am See auf Platz 10.

Durch den höheren spielerischen Anspruch mussten die Vereine auch durchwegs tiefer in die Taschen greifen. Aktuell sieht man so früh wie noch nie, dass bereits jetzt schon Veränderungen in der Kaderplanung durchgeführt werden.
Der EHC Lustenau, EK Zell am See haben bereits Legionäre ausgewechselt obwohl die Mannschaften sich von Beginn an bereits stärker als im letzten Jahr präsentiert haben.
Doch nicht nur die österreichischen Vereine drehen an der Schraube, sondern auch die ohnehin sehr starken Italiener rüsten bereits jetzt im November auf.
Der neue Modus, dass nur die ersten 8. Teams in die Play Off kommen macht diese Schritte notwendig um nicht vorzeitig die Saison abschreiben zu müssen.

 

Aktuell entwickelt sich eine 3 Klassen Liga. Beide slowenischen Vereine, Ritten, Asiago, Gröden, Sterzing, Pustertal, sowie die VEU Feldkirch bilden das obere Drittel.
Bregenzerwald, Zell am See, Salzburg, Kitzbühel und Lustenau sind im mittel Drittel und Fassa, Gröden, Neumarkt und KAC2 sind im unteren Drittel abgeschlagen.

Besonders auffallend ist die Entwicklung, dass sich die Italienischen Mannschaften von Woche zu Woche steigern und in Anbetracht, dass nur 8. Play Off Plätze zur Verfügung sind, wird es für die österreichischen Klubs sehr, sehr eng.
Es ist davon auszugehen, dass Jesenice und Laibach einen fixen Platz haben. Ritten, Asiago ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit den Platz nicht mehr hergeben wird.
Gröden und Sterzing präsentieren sich heuer sehr stark und sind voll auf Play Off Kurs.
Auch Pustertal, die sich gerade noch einmal verstärkt haben, haben großen Chancen unter die Top 8. zu kommen.
Bleibt im Grunde gerade einmal ein Platz für eine österreichische Mannschaft.
Zurzeit würde diese die VEU Feldkirch sein, die gerade den 5. Tabellenplatz halten und die Formkurve stark nach oben zeigt.
Sollte dieses „worst case“ Szenario tatsächlich eintreffen müssen sich die Verantwortlichen sicher etwas für die Zukunft einfallen lassen.
Zuseher, Sponsoren wollen ihre Vereine in den play offs sehen und da am liebsten gegen österreichische Mannschaften. Finanziell sind die österreichischen Mannschaften aber bereits am Limit, in Italien und Slowenien dürfte hier noch etwas Luft sein.
Die Lösung kann auch nicht sein immer mehr Geld hinein zu pumpen und bei aller positiven Entwicklung der Liga sollte man nicht auf die Jugend vergessen um hier reichlich Spieler für die EBEL und die Nationalteams heraus zu bringen.

Ich möchte an diese Situation noch nicht denken, hoffe aber die Verantwortlichen haben für die Zukunft bereits einen Plan „B“ um dieses Ungleichgewicht zu beheben ohne die österreichischen Mannschaften in ein Finanzielles Desaster zu bringen.